5. Februar: Es ist nicht immer einfach!

Heute weiß ich zum ersten Mal nicht so recht, wo anfangen? Das liegt daran, dass ich so viel erlebe und dabei so wenig mache. Und wenn ich schreibe „so wenig mache“ , kann ich nur den Kopf über mich selbst schütteln. Denn ich meine natürlich etwas ganz anderes. Ich meine: Ich bin allein. Ich bin einsam. Ich kann das, was ich erlebe, nicht unmittelbar teilen. Und mir wird erst jetzt und hier bewusst, wie wichtig mir das ist: ein Gemeinsam. Ich habe stark damit gerechnet, ein Problem mit dem Alleinsein zu haben. Fragte man mich danach, was ich gut kann, wäre meine Antwort vielleicht: Geschenke verpacken! Oder: Vortäuschen, Ahnung von Hunden zu haben! Oder – ja tatsächlich: Betten machen :-). Alleine zu sein, das weiß ich, ist ganz und gar nicht mein Ding. Was ich hier gerade tue … keine Ahnung … muss was mit dem Alter zu tun haben!

Und was ich gestern „erlebt“ habe, war Folgendes: Ich habe eine zuckersüße Sprachnachricht aus München abgehört, ich habe einen hinreißenden WhatsApp-Kommentar zu diesem Blog bekommen und Oliver hat mir Post aus Worpswede nach oben gebracht. Und dann? Hab ich mich so einsam und verlassen gefühlt wie selten in meinem Leben. Ja richtig. Das Entzückende war das Entsetzliche. Weil alle meine Lieben hier bei mir sind, mich intensiv begleiten und ich Euch einfach trotzdem alle so schlimm vermisse … ergibt das irgendwie Sinn?

Aber he, ganz vergessen – es gibt noch etwas, was ich gut kann: durchhalten! Und weil ich ja trotz allem auch hier nicht wirklich allein bin, hat Oliver mir heute Vormittag noch vor meinem Französischkurs die Idee das Tages spendiert! Ich bin zu Manu spaziert (ähm, das sind drei Minuten zu Fuß) und habe mir ein vélo éléctrique ausgeliehen. Das ist jetzt natürlich auch wieder so eine Sache für all diejenigen, die mich kennen: Astrid fährt Fahrrad? Kann nicht sein! Aber echt jetzt. Mit so einem Elektrodings ist der Weg heraus aus der Komfortzone irgendwie recht komfortabel … und dann war da noch Sonne! Und ich hatte keine Angst vor Kilometern (ja, mein Mann: Diese kleine Anspielung ist mit viel Liebe allein für Dich platziert)! Und ich habe meinen Radius ver-ver-VERVIELFACHT! Ich will sagen: Nach meinem Durchhänger gestern Abend hat mir ein großer Ausflug wirklich gut getan:

nach Villerville, zurück nach Trouville, eine Tour entlang des Strands bis Tourgéville

und noch eine kleine Einkaufsfahrt nach Touques (keine Ahnung, wie weit das alles war, aber es fühlt sich megaweit an – und ich habe NIE, wirklich NIE die 5 von 5 möglichen Elektro-Unterstützungsvarianten gewählt). Gerade für die recht hügelige Strecke in Richtung Villerville würde ich allerdings sehr unbedingt zum E-Bike raten. Ich jedenfalls bin durchgelüftet (oh Mann, das war echt kalt), ich bin wieder stabil – und ich kann „Le local à vélo“ in Trouville nur empfehlen. Für 35 Euro Mietgebühr bin ich heute über meinen Tiefpunkt gestern einfach hinweggeradelt! Merci, Manu!

Das war fantastisch – obwohl und gerade weil

ce n’est pas toujours facile !

 

5 Gedanken zu „5. Februar: Es ist nicht immer einfach!“

  1. Kann ich alles seht gut nachfühlen.

    Manchmal muss man aber wohl weg sein, um zu vermissen (und vermisst zu werden!) …
    Frei nach „Element of Crime“: „Wer nicht geht kommt nie wieder. Wer bleibt ist nie weg.“

    Und Du kommst ja ganz bald wieder und dann, … dann …

    … drücke isch Disch! In escht!

    Für heute wenigstens eine virtuelle Umärmelung und ein dicker Busserl aus Minga!

    Auf bald, mon coer! <3

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    • Mist. Man kann den Post nicht editieren und ich hab zwei(!) Tippfehler entdeckt. Zu spät! Fräulein Schön zückt sicher schon den Rotstift! 😀

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  2. ….wie berührend und ehrlich von dir ☺️
    Ja, Alleinsein will auch „gelernt“ sein und wenn man gut mit und zu sich ist, ist man nie wirklich allein …ich spreche da aus Erfahrung 😘 du kriegst das auch hin !
    Jusge a bientot ,
    Inge

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